Awad Neme, ein außergewöhnlicher Führer

Den Morgen verbringen wir mit einer Energiebombe namens Awad. Sein Vater ist Libanese und seine Mutter Kolumbianerin. Das Ergebnis ist, daß er an die Natur glaubt, aber die Religionen, da läßt er die Finger davon.

Er zeigt uns in der Umgebung von Villa de Leyva ein Kloster „ECCE HOMO“. Es hat eine faszinierende Architektur und es zeigt, mit welchen Mitteln die Spanier die Ureinwohner dazu gezwungen haben, ihren Glauben anzunehmen. Unterhalb der Zimmer der Mönche hielten sie die Indianer unter schwersten Bedingungen gefangen, die sich weigerten ihren Glauben umzustellen und somit bestraft wurden.

sans titre-115Awad, der durch seinen Vater den Koran gelesen hat, zeigt uns diesen Ort mit einer besonderen Sensibilität für Religionen.

Ecce Homo - Villa de LeyvaAn einer Stelle im Kloster sieht man die Vermischung natürlicher Fossilien in einem Sockel und mit Jesus Christus leidend am Kreuz darüber.

Die Ananas erscheint ebenfalls am Altar in diesem Kloster, sie soll Energie für den Glauben verbreiten.

Ecce Homo - ChapelleDas Kind in den Armen von Maria liegt dort völlig relaxt, was auch zur Glaubensbeeinflussung der Indianer beitragen sollte.

Awad hilft einer Frau in Villa de Leyva, die aus Bogota stammt und dort einst im Krankenhaus gearbeitet hat, bei der Erforschung von Naturheilkräften von Pflanzen. Die Frau erforscht sogar ein Mittel gegen das Wachstum von Leberkrebs.

Der junge Führer erzählt uns auch von einer Behandlung gegen seine Rückenprobleme, die er sich durch seine Kletteraktivität zugezogen hatte.

Diese Behandlung wurde von einem Naturheiler vorgenommen. Er schnitt ihn in den Oberarm und träufelte dann die Substanz eines Skorpions fein dosiert dort hinein. Innerhalb von 10 Minuten stellten sich die ersten Reaktionen ein. Awad bekam Fieber und da er unter Asthma litt, Erstickungsanfälle. Sie brachten ihn ins Krankenhaus in Bogota. Ein halbes Jahr später, wiederholte der Naturheiler seine Methode. Awad würde diese Behandlung nie wieder machen, aber seine Rückenprobleme sind verschwunden.

Wir besichtigen ein ehemaliges Observatorium des Muisca Volksstammes.

sans titre-131Dort haben sie Steine inform von Penissen gefunden, die unterschiedliche Größen aufweisen. Sie nehmen an, daß die Größe mit der Fruchtbarkeit zu tun hatte, die sie für die Beeinflussung des Anbaus von Eßwaren brauchten.

sans titre-129Außerdem zeigt uns Awad eine Grabstätte der Ureinwohner, die jedoch von den Spaniern vorher bereits ausgeraubt wurde. An dieser Grabstätte kann man die verschiedenen Stufen des Todes und der Reinkarnation verfolgen.

Ich sehe einen roten Vögel mit schwarzen Flügeln.

Die Gegend um uns herum gleicht einer Wüstenlandschaft.

Wir schauen uns die „Pozos Azules“ an. Dieses sind schwefelhaltige Wasserquellen, die mit ihrer Türkisfarbe nur so im Sonnenlicht hervorstechen.

sans titre-130Drumherum befinden sich Kiefern mit überlangen Nadeln, die einen besonderen Duft abgeben.

Hier oben, weit weg von der Luftverschmutzung sind die unterschiedlichen Gerüche der Pflanzen und Blumen betörend. Da es gestern geregnet hat, sondert die Erde einen leichten Pilzgeruch ab.

Auf der Erde kann man leicht Fossilien entdecken. Außerdem findet man die Farben Kolumbiens in den Steinen wiedergespiegelt.

Wir sehen eine Anpflanzung von uralten großen Olivenbäumen.

Zum Mittagessen gehen wir zum Hauptplatz von Villa de Leyva. Kurz bevor wir dort eintreffen, sehen wir einen Trauerzug, der sich gerade in Richtung Kirche des Hauptplatzes bewegt. Die Stimmung ist betroffen, aber die sonst so fröhlichen Menschen scheinen mit dieser Situation relativ entspannt umzugehen.

sans titre-116Unser „Menu del dia“ ist sehr lecker uns kostet pro Person nicht mal 4 Euro. Wir erhalten eine Gemüsesuppe, einen Gemüseteller mit Oregano angemacht, eine gegrillte Forelle mit Limone, mit kleinen Kartoffeln in Käsesauce und Reis. Zum Trinken gibt es einen frischen Mangosaft. Der Nachtisch besteht aus einem kleinen Topfkuchenstück mit frischen Kokosnußstücken in einer leckeren Vanillesauce.

Villa de Leyva 1Auf dem Rückweg zum Hotel gehe ich eine Weile ohne J.P., aber nicht einen Moment fühle ich mich unsicher in dieser Stadt.

An einem Laden entdecke ich eine Waage, in die man Geld einwerfen kann.

GetsemaniKurz vor Sonnenuntergang gehen wir noch einmal zum Hauptplatz. Von dort hat man einen tollen Blick auf die untergehende Sonne.

Die Atmosphäre ist wie immer sehr entspannt, aber da es Freitagabend ist und der Regen sich nicht einstellt, sieht man alles was Beine hat.

J.P. meint Deutsch zu hören. Ich drehe mich um und sehe das Schild vor einer Bar „Dorfkneipe“.

 

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